Wenn ich den anderen Respekt erweise, dann wecke ich auch den Respekt mir gegenüber. Das ist eine überraschende Erkenntnis. Normalerweise ärgern wir uns darüber oder leiden darunter, dass uns zu wenig Respekt erwiesen wird, und wir fragen uns, wie man das ändern kann, wie man sich selbst Respekt verschaffen kann.
Die Antwort ist: im Grunde gar nicht! Ich kann den anderen nicht zwingen, dass er mich respektiert, Respekt beruht ja gerade auf der freiwilligen Anerkenntnis. Natürlich kann ich dafür Tricks benutzen, zum Beispiel durch Statussymbole. Ein großes Auto oder ein luxuriöses Haus verschafft Respekt.
Aber ich kann dadurch niemanden dazu bringen, mich wirklich zu respektieren. Vielleicht wird der andere mich dafür sogar missachten. Das Einzige, was Respekt hervorbringt, ist der Respekt. Respekt antwortet sozusagen auf Respekt.
aus: “Respekt. Die Kunst der gegenseitigen Wertschätzung” von Mauritius Wilde
Das Gesetz der Resonanz wirkt allüberall *lächel* Wie man in den Wald hineinruft… und dennoch passiert es immer wieder, dass Leistung von uns nicht anerkannt wird und dass wir sauer sind. Dann stelle ich mir folgende Fragen: Respektiere ich mich selbst? Für wen erbringe ich meine Leistung? Mache ich das freiwillig oder nur, um zu gefallen!?
In der Stille, in mich hineinfühlend und hineinschauend, finde ich die Antworten… manchmal auch im Gegenüber. Und wenn ich das ~ anstatt misszuverstehen ~ richtig zu deuten weiß, habe ich mehr davon und mir wird so einiges klar… über mich und über das, was rund um mich geschieht…
Auch wenn sich nicht nur die Frage stellt, warum ich etwas anziehe in meinem Leben, etwas in mein Leben ziehe. Meine Reaktion auf das, wie sich andere mir gegenüber verhalten, ist spannend und aufschlussreich… Wie es Safi Nidiaye in “Wieder fühlen lernen” so schön formuliert…
Ich entdeckte, dass ich litt, wenn ich meinen Gedanken glaubte, aber dass ich nicht litt, wenn ich ihnen nicht glaubte und dass dies für jedes menschliche Wesen wahr ist. So einfach ist Freiheit. Ich habe entdeckt, dass Leiden freiwillig ist. Ich habe eine Freude in mir gefunden, die nie mehr verschwunden ist, nicht für einen einzigen Moment. Diese Freude ist in uns allen, immer.
Katie Byron, Erkenntnis nach einem lebensverändernden Erwachen aus einer 10-jährigen Depression, Februar 1986
Ich bin dabei… zu lernen… diese Freude in mir zu entdecken, zu entfachen, am Leben zu erhalten… immer…
Von Herzen, Elisabeth ♥
Du glaubst, frei zu sein,
aber du schneidest die Leine nicht ab.
Nikos Kazantzakis / Νίκος Καζαντζάκης (1883 – 1957, kretischer Schriftsteller)
Freiheit ist etwas Wunderbares, Freiheit fühlt sich ganz toll an, Freiheit schmeckt
und riecht unglaublich fantastisch. Aber weißt du das tatsächlich? BIST du frei?
Oder glaubst du nur, frei zu sein? Weil alle rundherum davon reden und schreiben,
wie genial das ist?
Zu viele Ängste und Sorgen lassen uns immer noch festhalten - wir klammern uns
an Menschen und Dinge und Jobs wie an ein Stück Holz, um nur ja nicht zu ertrinken.
Wir begeben uns freiwillig in Abhängigkeiten, um unsere Süchte zu befriedigen, ganz
gleich, was uns das Substanz und Energie kostet. Weil wir glauben, ohne dies oder das
nicht leben zu können. Weil wir die Leere in uns füllen (wollen)… deswegen lassen wir
die Leine einfach nicht los…
Ich erhoffe nichts,
ich fürchte nichts,
ich bin frei.
Und auch diese Zeilen von Kazantzakis machen deutlich, was uns diese Freiheit schenken
kann – ohne Erwartungen, ohne Ängste, loslassen, sich fallenlassen, sich hingeben… dem
Leben… das bedeutet frei zu sein… und das fühlt sich verdammt gut an, braucht aber ein
wenig Übung…
Ich wünsche dir von ♥en, dass du dieses Gefühl in dir spüren und leben kannst,
Elisabeth
Einen Menschen lieben heißt einzuwilligen,
mit ihm alt zu werden.
Das ist eine der schönsten Liebeserklärungen, die es gibt… für mich…
Einwilligen… freiwillig… von Herzen geben… mich… bis zum letzten
Atemzug…
Nicht besitzen, nicht brauchen, nicht haben wollen… sondern SEIN
und sein LASSEN… miteinander…
Von ♥en, Elisabeth