Was vor uns liegt und was in uns liegt ist unbedeutend verglichen mit dem, was in uns steckt

Ralph Waldo Emerson
13. Februar 2012

Johnny war ein stämmiger robuster Junge von drei Jahren. Er freundete sich mit Ziegenbock Billy von nebenan an. Jeden Morgen rupfte er etwas Gras und Salatblätter ab und brachte sie Billy zum Frühstück. Ihre Freundschaft wurde so eng, dass Johnny sich stundenlang in Billys freundlicher Gesellschaft aufhielt.

Eines Tages kam Johnny auf die Idee, ein anderes Menü würde Billy gut tun. Also ging er mit Rhabarber anstatt mit Salat zu seinem Freund. Billy knabberte ein wenig am Rhabarber, stellte fest, dass er ihn nicht mochte, und schob ihn weg. Johnny ergriff Billy an einem Horn und versuchte, ihn dazu zu bringen, den Rhabarber zu fressen.

Dieses Mal stieß Billy seinen Freund weg, zunächst ganz sanft, aber als Johnny es wieder tat, stieß er fest zu, so dass Johnny stolperte und mit einem Bums auf sein Hinterteil fiel.

Johnny war so beleidigt, dass er sich abbürstete, Billy wütend anblickte und nie wieder zu ihm kam. Einige Tage später, als sein Vater ihn fragte, warum er nie mehr hinüber ging, um mit Billy zu spielen, erwiderte Johnny:

“Weil er mich zurückgewiesen hat.”

Anthony de Mello

Das ist wohl der sicherste Weg, eine Freundschaft zu zerstören… stets auf dem eigenen Willen zu bestehen, ohne auf die Bedürfnisse des anderen zu achten. Und was ist der sicherste Weg, eine Freundschaft zu pflegen und zu erhalten? Genau! Nehmen wir unsere Freunde so an, wie sie sind und machen wir ihnen Freude damit, was ihnen Freude macht ♥ Was müssen wir hierfür tun? Genau, hin und wieder auch einmal wirklich zuhören ♥

Ziege in Freundschaft erhalten

Foto: Schlappohr-Ziege

Wpsf-img in Freundschaft erhalten
6 Kommentare zu „Freundschaft erhalten“

Was für eine eindrückliche Geschichte, liebste Elisbeth. Ja auch im Namen der Freundschaft (nicht nur im Namen der Liebe) geschehen Dinge, die leider mit Freundschaft nichts zu tun haben… Achten und respektieren, den anderen so sein lassen, wie er ist, auch einmal den Spiegel vorhalten (dürfen), das sind einige wichtige Elemente einer Freundschaft… Allerliebste Herzensgrüsse Andrea

liebste elisabeth
danke für deine schöne geschichte.jemanden zu zwingen, etwas zu tun oder sein zu wollen ist für mich ein vertrauensbruch. manchmal wird es aber auch nicht gesehen, dass etwas zu gut gemeint ist und übers ziel hinausgeschossen wird. der gedanke zählt und dem anderen ist es freigegeben es anzunehmen oder auch nicht.
früher hab ich oft gemacht, was andere wollten und dabei ist mein vertrauen weniger geworden.
bleib, wie du bist :-)
herzallerliebste grüße von babsi, die ein schönes wochenende im waldviertel mit glitzernden reinenn schnee hatte

Liebste Elisabeth,
vielen Dank für diese schöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Ja, manchmal fühlt man sich zurückgewiesen, aber wenn wir den anderen zu verstehen versuchen, dann kann man das ganze Geschehen auch einmal aus einem anderen Blickwinkel anschauen. Freundschaft ist ein Geben und Nehmen , am Schönsten ist es , wenn man ehrlich die Verletzungen anspricht und auch einmal sachliche Kritik annehmen kann. Persönliches und Sachliches zu trennen, das fällt mir auch heute manchmal noch schwer…
Liebe Grüße und alles GUTE


Hase:

Liebste Andrea,

wie wahr… im Namen jeglicher Beziehung(en)…
Sein und sein-Lassen, das ist die Kunst :-)

Allerliebste Herzensgrüße auch zu DIR,
Elisabeth

Liebste Babsi,

ein Wochenende mit Schnee und Schneeglitzer im Sonnenschein ~ wunder-voll! :-)
So kann die Woche schon gut starten, ja!

Nun, gut gemeint bedeutet nicht unbedingt, dass es auch tatsächlich gut ist… das ist sehr einseitig und hat wenig mit Beziehung zu tun. Klar, dass die Gefühle und Bedürfnisse einer Person dabei auf der Strecke bleiben…

Aber wir lernen und entdecken… und gewinnen auch unser Selbst-vertrauen zurück mit der Zeit!

Allerliebste Abendgrüße von Herzen zu dir ~ ich freue mich seeeehr für dich, dass du Kraft tanken konntest ♥
Elisabeth

Liebste Erika,

das hast du wieder schön beschrieben, danke dir!
Es ist gar nicht so einfach, aber mit der Zeit gelingt es, hinzuschauen zum Gegenüber und zu erkennen…

Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in diese schöne Woche, du Liebe!
Herzlichst, Elisabeth

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