Was vor uns liegt und was in uns liegt ist unbedeutend verglichen mit dem, was in uns steckt

Ralph Waldo Emerson
3. Mai 2010

Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer regeln zu wollen. Mach mich nachdenklich, aber nicht schwermütig, hilfsbereit, aber nicht bestimmend. Angesichts meines großen Reichtums an Lebensweisheit scheint es bedauerlich, nicht alles nützen zu können, aber du weißt, Herr, dass ich schließlich doch ein paar Freunde behalten möchte. Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und hilf mir, die Dinge auf den Punkt zu bringen.
Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage es nicht, um so viel Gnade zu bitten, dass ich die Erzählungen anderer über ihre Schmerzen mit Freuden anhöre, aber hilf mir, diese mit Geduld zu ertragen.
Ich wage es nicht, ein besseres Gedächtnis zu erbitten, dafür aber zunehmende Bescheidenheit und abnehmende Selbstsicherheit, wenn meine Erinnerung mit der anderer in Widerspruch zu stehen scheint. Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte keine Heilige sein – mit manchen von ihnen lebt es sich so schwer; aber ein Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.
Lehre mich, Gutes an unerwarteten Orten zu sehen und ungeahnte Talente in anderen zu entdecken – und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Amen.

das Gebet einer Nonne aus dem 17. Jahrhundert, ein Lieblingsgebet von Kardinal König

Diesem wunderschönen Gebet habe ich nichts mehr hinzuzufügen… aus dem 17. Jahrhundert… unglaublich… Ich bin bereit… zu lernen… weiter zu wachsen… zu lieben… zu vertrauen… zu sehen, was sein könnte… das Gute… das Wunderbare… das Strahlen…
Von Herzen alles Liebe für das Wochenende, das wieder sieben Tage dauert Icon Smile in Ein Gebet
Elisabeth ♥

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22 Kommentare zu „Ein Gebet“

liebste elisabeth
nun hat es ja hier zumindest geklappt freu und auch alles weitere findet sich…
so wie wir immer mehr zu uns finden und mit jedem schritt auf uns zu noch eine spur einzigartiger und liebenswerter sind
danke für das schöne gebet. normal bete ich ja nicht und kreuze verursachen mir noch immer etwas unbehagen. doch das hier klingt schön…ist auf mich bezogen…ich bin der mittelpunkt meines lebens
und was ich bin und werde, liegt in mir :)

ganz liebe einzigartige grüße von babsi

Zeitlose Lebensweisheiten, liebe Elisabeth :-)

genau das wünsche ich mir für mich und hoffe, dass ich gelassen bleiben kann bei jenen Menschen, die glauben, sie könnten mich mit ihren Vorstellungen über das Leben an die Wand quatschen, nur weil ich meine niemand aufdrängen möchte :mrgreen:

Kennst du das auch? Du trittst einen Schritt zurück und dein Gegenüber schiebt sich eifrig hinterher? (Nein … liebe Sabine … nicht hauen … nein … auch nicht gegen das Schienbein treten …)

Ich glaub, hier kommt dann Liebenswürdigkeit mit ins Spiel :mrgreen:

Und wenns ganz schlimm wird, hilft wohl nur Humor ;-)

Fröhliche Frühlingsregengrüße
Sabine

Liebste Babsi,
ja, alles zu seiner Zeit *lächel*
Danke dir für deine lieben Zeilen – wie auch immer wir unsere Gespräche mit Gott oder dem Universum oder unserem höheren Selbst nennen, sie haben eine wunderbare Kraft und Energie…
Ich wünsche dir alles Liebe von Herzen, Elisabeth

Unglaublich, liebe Sabine, nicht wahr!?
Danke dir! Humor hilft auf jeden Fall IMMER! :lol: Das Leben leicht, sich selbst nicht so ernst nehmen, über sich selbst lachen können, zuhören, ohne das Gesagte zu nahe an sich heranzulassen, wenn es negativ, nicht andauernd darüber reden, wie schlimm oder traurig alles ist ist und und und… Du kennst das alles bestimmt…
Und mit ein wenig Übung gelingt das immer besser :-)
Fröhlich-erfrischende Frühlingsgrüße zu dir, Elisabeth

Liebste Elisabeth,

danke Dir , ich musste ganz spontan an dieses Gebet denken

http://www.yolanthe.de/stories/st-exupery01.htm

alles Liebe
Erika


Erika:

Liebste Erika,
danke dir von ganzem Herzen – das ist wunderwunderschön… Vielleicht poste ich es bald… mir ist danach… im Gebet bin ich mit allem und jedem verbunden… *lächel*
Alles, alles Liebe für dich, Elisabeth ♥

Liebe Elisabeth!

Ich danke dir für dieses wunderschöne Gebet, welches mich gerade zur richtigen Zeit ereilt (naja, eine falsche Zeit gibt es dafür ja sowieso nicht;-)). Soviele Worte, die mich wieder zu dem zurückführen, von wo aus ich weitergehen möchte, einige Worte, die mir Antwort geben auf manche meiner Fragen und viele Worte, die für mich Anstoß sind den heutigen Abend (und natürlich die darauffolgenden dann umsomehr) noch mehr zu genießen.
Ich lasse mich immer wieder gerne inspirieren von deinen Zeilen, durch die soviel Liebe, Dankbarkeit und Freude scheint. Danke, dass du dies alles mit uns teilst!

Herzlichste Grüße
Silvia


Silvia:

Liebe Elisabeth,
natürlich unglaublich 17. Jahrhundert. (Ich tippe auf das 19.) Aber ein guter und schöner Text. Eine ernste Frage, und das Gebet versucht eine Antwort, versucht sich eine Perspektive zu schaffen, in Verantwortung vor Gott… Ja, wie wird das wohl? Wie werde ich? Und wie gestalte ich das mit?
Liebe Grüße, Jörg

Du spürst es, wenn Gott mit Dir ist, es ist ein Aufleuchten in dir, eine Verklärung um dich, alles in dir und um dich verliert seine Schwere. Menschen, wie diese Nonne, schweben über dem Leben. Liebe Grüsse, Robert

Sehr, sehr gerne, liebe Silvia!
Das freut mich sehr, und ich danke DIR!
Lass es dir gut gehen und schlaf wohl!
Herzlichst Elisabeth

Lieber Jörg,
ja, nicht wahr!? Ein schöner Gedankenanstoss… zu all diesen Fragen und Themen…
Herzliche Gutenachtwünsche, Elisabeth

Lieber Robert,
in uns ist er auf jeden Fall, Gott oder das Göttliche… MIT uns ist er, wenn wir es zulassen… Sie schwebt über dem Leben und doch mittendrin… das macht das Göttliche aus, das Schweben… das ist doch ein Ansporn und eine Motivation und eine Freude…
Herzliche und schwebende Grüße zu dir, Elisabeth

Was du immer für tolle Sachen entdeckst….

Liebe Elisabeth,

das Gebet ist wunderbar. Wie du schreibst sind wir, im Gebet, ja mit ALLEM und JEDEM verbunden.

Herzliche Grüße nach Wien
Helmut

Lieber Helmut,
dieses Gebet hat mir meine Mutti aus einem Buch rauskopiert – SIE ist diejenige, die immer wieder so tolle Sachen für mich und diesen Blog entdeckt! :-) Dafür bin ich ihr sehr dankbar… auch wenn es nicht immer einfach ist, aber ich sehe, was ist und ich schätze und liebe sie sehr…
Danke dir für deine lieben Zeilen – mich berührt das Gebet auch sehr…
Herzliche Grüße auch zu DIR, Elisabeth

Das gefällt mir sehr gut!
Amen dazu!


Rainer:

Lieber Rainer – das freut mich sehr!
Danke dir und hab einen schönen Abend!
Alles Liebe von Elisabeth

Danke Dir, liebe Isolde, für das Weiterleiten dieses Gebetes. Ich las es ein paarmal durch und bin tief beeindruckt. Ich bete selten – schon gar keine gelernte Gebete. Vielmehr spreche ich mit Gott über persönliche Probleme. Zwar weiß ich nicht, ob er mir zuhört, aber danach geht es mir besser. Es wäre wohl vermessen von mir in diesem Zusammenhang zu sagen “Geteiltes Leid ist halbes Leid.” Aber vielleicht wurde mir ein wenig Bürde abgenommen. Dieses Gebet spricht so Vieles aus, dass ich es beim Lesen als Gebet zu Gott hinbringe.


Hans-Jürgen Heckmann:

Sehr gerne, lieber Hans-Jürgen!

Genau das bedeutet Beten, es ist ein Gespräch mit Gott, so wie du es beschreibst! Ja, er hört dich, denn er ist immer da!

Viele liebe Grüße,
Elisabeth

Lieber Hans-Jürgen

Wenn man sich so lange kennt wie wir zwei, dann weiß man mit etwas Menschenkenntnis was dem andern gefallen könnte u. er sich für sein Leben etwas raus holen kann. Ich freue mich, denn auf Deine Reaktion hin scheint es mir gelungen zu sein,mit dem Gebet für Dich das richtige gefunden zu haben.

Liebe Grüße von Isolde


Isolde Strecker:

Wunderbar, wenn das so ist ~ jetzt kenne ich mich auch aus :-)

Herzliche Grüße zu euch beiden!
Elisabeth

Eure beiden Kommentare haben mich sehr gefreut. Elisabeth und ich kennen uns ja nicht – deswegen mein Erstaunen und Freude zugleich.


Hans-Jürgen Heckmann:

Ich freue mich mit dir, lieber Hans-Jürgen, und wünsche dir einen wundervollen Sonntag!

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